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Skitouren rund um die Franz Senn Hütte

, Barbara, Peter und Gäste
  1. Winterweg / Zustieg Franz Senn Hütte (insg. ca. 400 mH/2,7 km Aufstieg, ca. 60 min)
  2. Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm (insg. ca. 1330 mH Aufstieg / Abfahrt)
  3. Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m (ca. 1350 mH Aufstieg/Abfahrt)
  4. Obere Kräulscharte 3173 m (ca. 1060 mH Aufstieg/Abfahrt)
  5. Östliche Seespitze 3416 m und Südliche Kräulspitze 3282 m (ca. 1420 mH Aufstieg/Abfahrt)
  6. Östliche Knotenspitze 3084 m (ca. 990 mH Aufstieg/Abfahrt)
  7. Informaitonen und Hinweise

Nachdem wir im letzten Jahr für die Skihochtourenwoche, die Barbara und ich alljährlich für den Alpenverein Voitsberg führen, uns zu einem in Österreich praktisch unbekannten Ziel führte, entschieden wir uns heuer für einen Klassiker. Es sollte auf die Franz Senn Hütte in den Stubaier Alpen gehen. Wir waren auf die Hütte, die ja Platz für etwa 170 Personen bietet, und das Tourengebiet schon sehr gespannt. Von beidem waren wir letztendlich positiv überrascht. Obwohl wir in der Osterwoche unterwegs waren, hielt sich der Rummel auf der Hütte in grenzen. Auf Tour ebenso, da sich die Tourengeher durch die vielen Möglichkeiten die das Gebiet bietet, meist gut verteilten.

Wir waren wieder mit einer starken Gruppe unterwegs, und konnten in dieser Woche, nicht zuletzt wegen eines gewissen Wetterglücks, einige namhafte Gipfel des Gebietes besteigen.

Mit dabei waren in diesem Jahr Uli Buchner, Walter Haberfellner, Gerhard Hobl und Resi Mlekuz!

, Winterweg / Zustieg Franz Senn Hütte (insg. ca. 400 mH/2,7 km Aufstieg, ca. 60 min)

Nach gut fünf Stunden Autofahrt erreichten wir gegen 13 Uhr Seduck. Anzumerken wäre an dieser Stelle noch, dass man direkt beim Kreisverkehr in Neustifft rechts abbiegen sollte, um nach Milders zu kommen, wo man dann weiter nach Seduck fährt. Das ist nicht so gut beschildert und wir sind erst mal ein paar Kilometer weiter ins Stubaital gefahren und mussten dann umkehren.

Aus der Webseite der Franz Senn Hütte wussten wir, dass die Straße von Seduk zur Oberissalm, etwa 4 Kilometer, noch gesperrt sein würde, es aber ein Taxi gibt. Mit dem Gepäck für eine ganze Woche wollten wir uns den Asphalthatscher natürlich ersparen und nutzten diese Möglichkeit. Der Taxler wartete schon, bald war das Gepäck aufgeladen und los ging's zur Oberissalm. Dort mussten wir etwas warten, bis die Seilbahn für das Gepäck wieder im Tal war. Nachdem alles verladen war, machten wir uns mit leichtem Gepäck auf den Weg zur Hütte.

Es geht zuerst auf der orogr. linken Talseite über einen Wiesenweg, bis man nach kurzer Zeit auf eine Wegkreuzung trifft. Hier trennen sich Sommer- und Winterweg. Der Winterweg zweigt links ab, Richtung Alpeiner Alm. Von der Ausschilderung 'nicht gewarteter Weg' sollte man sich nicht abschrecken lassen. In gemütlichem Schritt wanderten wir eine gute Stunde auf die Hütte. Die letzten Meter dann im Schnee, oberhalb der Hütte war die Schneelage dann aber perfekt.

Hüttenaufstieg Seduk/Oberissalm
Warten auf die Materialseilbahn, unser Team - voll Motiviert
Hüttenaufstieg Seduk/Oberissalm
Am Winterzustieg zur Hütte, auch wenn es nicht nach Winter aussieht.
Hüttenaufstieg Seduk/Oberissalm
Kurz vor der Alpeiner Alm, langsam kommt der Schnee.
Hüttenaufstieg Seduk/Oberissalm
Die Hütte ist erreicht, ab hier - Schnee genug.

, Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm (insg. ca. 1330 mH Aufstieg / Abfahrt)

Da die Wettervorhersage die für diesen Tag ausgezeichnetes Bergwetter prognostizierte, entschieden wir uns gleich eine längere Tour zu unternehmen und nicht die Standard Eingeh- und Erkundungstour zur Kräulscharte bzw. Inneren Sommerwand. Als Tagesziel wählten wir das Wilde Hinterbergl. Ursprünglich wollten wir es über den Verborgenen Bergferner und die Turmscharte gehen, nach dem Gespräch mit einer anderen Gruppe entschieden wir uns, den direkteren Weg über den Berglasferner zu nehmen.

Erstmal hieß es die ersten beiden Flachstücke entlang des Alpeiner Baches hinter sich zu bringen, nach etwas über 2km Strecke hielten wir uns rechts um ins Berglastal aufzusteigen. Über die Gletschermoräne ging's erst mal steil aus dem Tal. Wirklich unglaublich wie riesig diese Gletscher zu ihrer Hoch-Zeit gewesen sein müssen, wenn man sich die Höhe der Moränen in der Gegend anschaut. Nach dem Steilstück wird es wieder flacher und wir konnten den Weiterweg mehr oder weniger einsehen. Es scheint zwei Möglichkeiten zu geben. Auf der orogr. rechten Seite durch ein kleines Tal am Fuße einer weiteren Moräne, oder auf den Moränenrücken und dort weiter. Wir entschieden uns für letztere Variante, was jedoch zur Folge hatte, dass wir auf dem scharfen Moränenrücken die Ski ein Stück abschnallen müssen, da dieser schon aper war. Vermutlich ist das Tälchen, aus dem auch Abfahrtsspuren kamen, die bessere Variante.

Nun ging's weiter auf den Berglasferner. Dieser sollte ja laut Beschreibung und Karte etwas spaltenreicher sein, alles schien aber recht gut eingeschneit zu sein. Wir hatten natürlich den Klettergurt angelegt, das Seil blieb aber erst mal im Rucksack. So ging es in weiten Spitzkehren in traumhafter Landschaft über den Berglasferner. Am flachen Gletscherplateu zwischen Vorderem Wilden Turm und Wildem Hinterbergel, waren wir uns kurzfristig nicht sicher, welcher nun der angestrebte Gipfel sein sollte. Das Wilde Hinterbergl kommt erst recht spät ins Blickfeld. Wir erreichten schließlich die Spur, die über die Turmscharte herauf kam, und wenig später den Gipfel. Der einzige Gipfel in dieser Woche, bei dem wir mit Skiern bis ganz oben gehen konnten.

Nun war schon mal ein gutes Tagesziel erreicht. Da der Tag aber so schön war und alle noch gut beisammen, beschlossen wir auch noch den vorderen Wilden Turm 'mitzunehmen' - es sind ja nur ein paar Höhenmeter. Die Gruppe genoss mit Barbara erst mal die Sonne und tolle Aussicht am Gipfel. Währenddessen machte ich mich auf den Weg zum Hinteren Wilden Turm, auf den ich schon beim Aufstieg eine Spur gesehen hatte. Die gut 100 Höhenmeter vom Gletscherbecken auf den Gipfel, der zuletzt mit etwas Kletterei erreicht wird, waren schnell hinter mich gebracht und nach einer kurzen Abfahrt, traf ich mich mit Barbara und der Gruppe in der Turmscharte wieder.

Jetzt machten wir noch den Abstecher auf den Vorderen Wilden Turm. Das sind nur ein paar Meter mit den Skiern von der Turmscharte, zuletzt bedarf es aber noch etwas 20 Höhenmeter Kletterei an eingebohrten Metallbügeln. Dafür konnten wir nur noch die Männer unserer Gruppe begeistern, die Barbara und ich dann mit dem Seil sicherten. Zu viert standen wir dann am zweiten (dritten) Gipfel des Tages. Nachdem wir wieder bei den Skiern waren und das kurze Stück zur Turmscharte abgefahren, wurden die Skier auf die Rucksäcke gepackt. Wir mussten nun über eine mit Seil versicherte Felsrinne ca. 30 Meter Absteigen um auf den Verborgenen-Berg Ferner zu gelangen.

Ab hier begann nun ein perfektes Abfahrtsvergnügen. Auf dieser Seite hatte die Sonne den Schnee schön auffirnen lassen und wir konnten bis ins Alpeiner Tal traumhaften Firn genießen. Zuletzt warteten noch die schweißtreibenden Flachstücke zur Hütte auf uns. Danach krönte das wohlverdiente Bier auf der Sonnenterasse einen traumhaften und ausgefüllten Tourentag.

Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Der morgentliche 'Blattler' ins Alpeiner Tal
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Aufstieg Richtung Berglasferner
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Unterwegs am Berglasferner
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Unterwegs am Berglasferner
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Unterwegs am Berglasferner, rechts oben der Vordere Wilde Trum
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Kurz vor dem Gipfel des Wilden Hinterbergl
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Gipfelglück am Wilden Hinterbergl
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Blick auf den Hinternen Wilden Turm, der Gipfel ist der linke der beiden Höcker in der Bildmitte
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Blick vom Hinteren Wilden Turm zum Wilden Hinterbergl
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Aufstieg zum Vorderen Wilden Turm
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Kletterei an den Metallbügeln auf den Vorderen Wilden Turm
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Gipfel Vorderer Wilder Turm
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Abstieg über die Turmscharte
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Blick vom Verborgenen-Berg Ferner Richtung Turmscharte
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Abfahrtsvergnügen am Verborgenen-Berg Ferner
Skitour Wildes Hinterbergl über Berglasferner und Hinter/Vorderer Wilder Turm
Blick auf den Verborgenen-Berg Ferner

, Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m (ca. 1350 mH Aufstieg/Abfahrt)

Da sich der angekündigte Schlechtwettertag lt. Wettervorhersage nochmals um einen Tag verschoben hatte, ging es an diesem Tourentag Richtung Ruderhofspitze, dem Höchsten Gipfel rund um das Alpeiner Tal. Diesmal hieß es praktisch das ganze Alpeinertal entlang zu gehen, eine gefühlt endlose Strecke. Bis zur Hölltalscharte sind es schon mal über 8 1/2 Kilometer. Der Anstieg auf den Alpeiner Ferner sieht vom Flachstück auf ca. 2550 Metern zum Greifen nahe, zieht sich aber extrem. Auch der Weg im flachen Gletscherbecken zur Hölltalscharte ist zwar landschaftlich außergewöhnlich schön, aber weit. Wir hatten auch einen schönen Blick auf den Schrankogel, wo Erinnerungen an unsere Skitourenwoche auf der Amberger Hütte vor einigen Jahren wach wurden.

Von der Hölltalscharte führt ein langer Grat Richtung Ruderhofspitze, da wir nicht einschätzen konnten wie schwierig dieser zu begehen sein würde, und wir ohnehin schon relativ lang bis hierher unterwegs waren, beschlossen wir, dass Gerhard und ich den Gipfelanstieg noch versuchen wollten und Barbara mit der restlichen Gruppe schon Richtung Hütte abfahren würde.

Gerhard und ich kletterten zuerst über leichtes Blockgelände, bis wir die Gratschneide erreichten. Dort fanden wir eine gut ausgetretene Spur vor, was die Sache erheblich vereinfachte und wir recht schnell voran kamen. Der Grat mündet in die Ruderhofspitze SW-Wand die noch zu queren ist, bevor man von einem kleinen Sattel Südlich des Gipfels die letzten Meter über Blockgelände auf den Gipfel steigt. Eine Gruppe war gerade am Aufbrechen, denen drückten wir schnell noch den Fotoapparat für ein Gipfelfoto in die Hand, dann konnten wir das Gipfelglück alleine genießen. Von hier hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf die Stubaier Alpen und auch einige Touren die wir von der Amberger unternommen hatten.

Langsam drängten sich die Wolken aber von norden heran und es begann leicht zu schneien. Wir beeilten uns um zum Skidepot zurück zu kommen. Die Sicht war inzwischen recht diffus und die ersten paar hundert Höhenmeter der Abfahrt dadurch kein Vergnügen. Wir fuhren auf die Nordseite des Alpeiner Tales, dort war der Schnee weicher und eigentlich ganz ok, auch die Sicht wurde unterhalb von ca. 2900 Metern wieder besser. So stand nur noch der lange Rückweg zur Hütte am Programm, bevor wir uns auf der Hütte der Wohlverdienten Hopfenkaltschale widmen konnten.

Skitour Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m
Am Weg ins Alpeiner Tal, endlich mal bergauf
Skitour Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m
So nah und doch so fern, bis zum Horizont zieht es sich
Skitour Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m
Das Gletschereis glänzt in der Sonne
Skitour Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m
Der lange Grat auf die Ruderhofspitze
Skitour Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m
In der Bildmitte verläuft eine Rinne, über die man bei entsprechender Schneelage den Grat abkürzen kann, diesmal wars nur Schotter
Skitour Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m
Gerhard beim Ansteig aus der Hölltalscharte
Skitour Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m
Am Ruderhofspitze Ostgrat
Skitour Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m
Die Ruderhofspitze, man quert zuerst die Flanke in den kleinen Sattel und dann auf den Gipfel
Skitour Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m
Gerhard auf den letzten Metern zum Gipfel
Skitour Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m
Gerhard und ich am Gipfel der Ruderhofspitze
Skitour Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m
Im Hintergrund die Hölltalscharte und der Ostgrat
Skitour Ruderhofspitze über Alpeiner Ferner 3474 m
Am Weg zurück über den Ostgrat

, Obere Kräulscharte 3173 m (ca. 1060 mH Aufstieg/Abfahrt)

Für diesen Tag war nun endgültig Schlechtwetter angesagt, in der Nacht windete es ordentlich um die Hütte und wir hofften auf etwas Neuschnee. Bei dem schon für später angesetzten Frühstück, zog immer wieder Nebel um die Hütte, der aber nicht so dicht war wie erwartet. So beschlossen wir uns doch gegen 9 Uhr vor der Hütte zu treffen und uns Richtung Innere Sommerwand auf Tour zu machen. Diese Tour ist eine der kürzeren ab der Franz Senn Hütte und auch ohne den langen flachen Talhatscher der anderen Gipfel anzugehen.

Für diese Tour hatte ich mir Zuhause noch den GPS Track von alpenvereinaktiv.com herunter geladen. Das war an diesem Tag gar nicht so schlecht, vor allem wenn man das erste mal in diese Richtung startet. Barbara fühlte sich an diesem Tag nicht gut und machte einen Ruhetag auf der Hütte, der Rest der Gruppe startete erst mal in Richtung Stiergschwez. Immer wieder zog der Nebel umher, manchmal gab er den Blick auf die Gegend frei, dann war wieder white out. Spätestens wo sich der Weg Richtung Sommerwandferner bzw. Knotenspitzferner teilt, war ich über einen ordentlichen Track froh; im Nebel kann man sich nicht so recht Vorstellen wo man hier herum koffert.

Die Aufstiegsroute verläuft aber über weite Strecken auf einem Rücken und ist so auch relativ Lawinensicher. Als wir den Sommerwandferner erreichten, wurden die blauen Flecken am Himmel immer größer und wir hatten freien Blick auf die Innere Sommerwand. Wir beobachteten ein paar Leute die den Grat auf die Innere Sommerwand kletterten, es sah gar nicht so einfach aus. Da unsere Gäste nicht sooo versierte Kletterer sind, beschlossen wir lieber den unverspurten steilen Hang zur oberen Kräulscharte hinauf zu spuren und hier eine super Abfahrt zu genießen, wie auf die Innere Sommerwand zu klettern.

Von der oberen Kräulscharte hatten wir einen guten Blick auf die östliche Seespitze, einem der Paradegipfel der Region. Von einem Freund hatten wir schon erfahren, dass der Gletscher in der Gipfelflanke über weite Strecken blank sein sollte. Das war tatsächlich so, aber mit dieser Ansicht schien es als gäbe es auch eine Aufstiegsvariante wo man steile Blankeispassagen vermeiden konnte. Eine Idee für den nächsten Tag war geboren. Zunächst machten wir aber eine kleine Pause, beobachteten ein paar Leute am Südgrat der Inneren Sommerwand.

Wir hatten wirklich Glück, es schien als würden die Wolken bis zum Inntal bzw. der Nordkette kommen und sich dann Richtung Süden mehr und mehr auflösen. So hatten wir für die Abfahrt immer wieder Sonnenfenster. Was auch gut war, denn unter ein paar Zentimeter Neuschnee waren immer wieder alte, gefrorene Spuren verborgen, die den einen oder anderen Schwung etwas erschwerten. Zur Hütte hin hatte es bereits wieder aufgefirnt und wir konnten uns trotz des wechselhaften Wetters über einen schönen Tourentag freuen!

Skitour Obere Kräulscharte 3173 m
Los gehts richtung Stiergschwez
Skitour Obere Kräulscharte 3173 m
Blick Richtung Innere Sommerwand(rechts) und Mittlere Kräulspitze (links)
Skitour Obere Kräulscharte 3173 m
Die Kräulscharte mit dem Sürdgrat der Inneren Sommerwand
Skitour Obere Kräulscharte 3173 m
Aufstieg zur oberen Kräulscharte
Skitour Obere Kräulscharte 3173 m
Resi erreicht die obere Kräulscharte
Skitour Obere Kräulscharte 3173 m
Blick auf die östliche Seespitze, links neben den Felsen sollten wir hoch kommen
Skitour Obere Kräulscharte 3173 m
Blick Richtung obere Kräulscharte und Mittlere Kräulspitze
Skitour Obere Kräulscharte 3173 m
Abfahrtsfreuden am Sommerwandferner

, Östliche Seespitze 3416 m und Südliche Kräulspitze 3282 m (ca. 1420 mH Aufstieg/Abfahrt)

Das Ziel des heutigen Tages sollte die östliche Seespitze sein. Am Vortag hatten wir von der oberen Kräulscharte gesehen, dass es trotz des vielen Blankeises in der Gipfelflanke, einen Weg der vorwiegend im Schnee verlaufen würde, geben sollt. Zunächst mussten aber wieder die Flachstücke in das Alpeinertal hinter uns gebracht werden. Nach 4 1/2 Kilometern und gerade mal 400 Höhenmetern bogen wir Richtung Süden zum Alpeiner Kräulferner ab. Von nun an sollte es bergauf gehen.

An diesem Tag waren wir die einzigen, die in diese Richtung unterwegs waren. So suchten wir uns einen guten Weg zwischen Moränenresten auf den Gletscher. Die Sonne lachte uns heute wieder entgegen und wir hatten einen grandiosen Blick auf den Verborgenen Berg-Ferner, über den wir Tage zuvor von der Turmscharte sehr genussreich abgefahren waren. Am zunehmend steiler werdenden Alpeiner Kräulferner steuerten wir eine geräumige und vor allem geschützte Felsnische am orogr. rechten Rand an. Dort wurde von den Skiern auf die Steigeisen gewechselt und wir begannen nahe der Felsen im Schnee hochzustapfen.

Kurz vor dem Sattel am Fuße der Südlichen Kräulspitze, wo der Gletsch etwas flacher war, bogen wir Richtung östliche Seespitze ab. Auch hier mussten wir ein paar Passagen mit Blankeis queren. Für unsere Gäste waren diese Passagen schon aufregend - wenn man es nicht so gewöhnt ist, und unter einem die steile blanke Flanke abbricht. Bald waren wir aber wieder im Schnee. Zum Fuße des Gipfelgrates der Seespitze wurde es dann wieder steiler, und vor allem die Gipfelflanke darunter noch steiler. So beschlossen Barbara und ich hier lieber mit dem Seil zu sichern. So stapfte ich bis zum Fuß des Gipfelgrates und fand glücklicherweise unter dem Schnee, gutes Eis um einen Stand mit Eisschrauben zu bauen. Sichtlich erleichtert über die Sicherung von oben hatten alle schnell aufgeschlossen.

Nun lag noch der Gipfelgrat vor uns. Konzentriert stapften wir weiter dem Gipfel entgegen. Zwischendurch immer wieder mal über ein paar Steine und zuletzt über einen Schneegrat, dann war es geschafft. Glücklich, aber angespannt wegen des noch bevorstehenden Abstieges, standen wir am Gipfel.

Wir hatten direkten Blick auf unser Skidepot, waren doch noch einige Höhenmeter von dort. Bei guten Verhältnissen, wenn die Gipfelflanke befahrbar ist, ist die Tour sicher ein Traum.
Wir machten uns an den Abstiegt. Die steileren Passagen über die Flanke sicherte ich die Gruppe mit Eisschrauben hinunter, das war für alle Beteiligten wesentlich entspannter.

Am Sattel unter der südlichen Kräulspitze, ließ ich Barbara mit unseren Gästen die restlichen einfachen Meter zum Skidepot absteigen und ich kletterte noch rasch über den Südgrat auf die südliche Kräulspitze, mit nur 50 Höhenmeter über einen Blockgrat lässt sich dieser Gipfel hier gut Mitnehmen. Kurze Zeit später trafen wir uns alle wieder beim Skidepot und es ging an die Abfahrt. Diese war diesmal etwas durchwachsen, der Schnee sah zwar ziemlich gut aus, aber war doch hin und wieder etwas gführig. Nach dem langen Weg zurück durchs Alpeinertal sehnten wir uns schon sehr auf ein Gipfelbier vor der Hütte.

Skitour Östliche Seespitze 3416 m und Spüdliche Kräulspitze 3282 m
Wir zweigen vom Alpeinertal in Richtung Alpeiner Kräulferner ab.
Skitour Östliche Seespitze 3416 m und Spüdliche Kräulspitze 3282 m
Aufstieg Richtung Alpeiner Kräulferner - im Hintergrund der Verborgenen-Berg Ferner
Skitour Östliche Seespitze 3416 m und Spüdliche Kräulspitze 3282 m
Aufstieg zur östlichen Seespitze
Skitour Östliche Seespitze 3416 m und Spüdliche Kräulspitze 3282 m
Am Alpeiner Kräulferner
Skitour Östliche Seespitze 3416 m und Spüdliche Kräulspitze 3282 m
Los geht die Stapferei nach dem Skidepot
Skitour Östliche Seespitze 3416 m und Spüdliche Kräulspitze 3282 m
Am Fuße der südlichen Kräulspitze
Skitour Östliche Seespitze 3416 m und Spüdliche Kräulspitze 3282 m
Am Weg Richtung Gipfel der südlichen Kräulscharte
Skitour Östliche Seespitze 3416 m und Spüdliche Kräulspitze 3282 m
Gesichert ist es etwas Nervenschonender - endlich die Eisschrauben nicht umsonst mit
Skitour Östliche Seespitze 3416 m und Spüdliche Kräulspitze 3282 m
Östliche Seespitze Gipfel, wirklich viel Platz ist hier nicht
Skitour Östliche Seespitze 3416 m und Spüdliche Kräulspitze 3282 m
Abstieg über den teilweise blanken Gletscher
Skitour Östliche Seespitze 3416 m und Spüdliche Kräulspitze 3282 m
Blick von der südlichen Kräulspitze auf unsere Aufstiegsroute auf die östliche Seespitze
Skitour Östliche Seespitze 3416 m und Spüdliche Kräulspitze 3282 m
Blick zurück auf den Alpeiner Kräulferner

, Östliche Knotenspitze 3084 m (ca. 990 mH Aufstieg/Abfahrt)

Schon war der letzte Tag unserer Tourenwoche gekommen. Am Vortag hatten wir von einer anderen Gruppe erfahren, dass die Rinne über die der letzte Teil des Anstieges auf die östliche Knotenspitze führt, in recht guten Zustand sein sollte. So wählten wir diesen Gipfel für unsere letzte Tour aus. Wieder ging's ins Stiergschwez und ein Stück weiter des Weges den wir schon zur Inneren Sommerwand gegangen waren. Dann jedoch hielten wir uns links in Richtung Knotenspitzferner.

Die Rinne war schon von weitem zu sehen, unklar war aber noch in welche Richtung der Weg im oberen Teil gehen würde. Über den steiler werdenden Knotenspitzferner, bzw. was von ihm noch übrig ist, stiegen wir bis an den Fuß der Gipfelrinne auf, wo wir unser Skidepot einrichteten. Walter hatte von der gestrigen Tour noch genug von der Stapferei und ließ es hier gut sein. Für die anderen ging's mit Steigeisen weiter durch die ca. 35-40 Grad steile Rinne.

Wir konnten den Spuren unserer Vorgänger folgen und so der Rinne bis auf einen kleinen Sattel am Fuße des Südwestgrat folgen. Für den nun bevorstehenden Grat konnten wir Uli nicht mehr begeistern - sie wartete an einem Windgeschützen Plätzchen auf uns. Gemeinsam mit Resi und Gerhard kletterten wir die letzten 50 Höhenmeter über den Blockgrat, dann war der Gipfel der Östlichen Knotenspitze, eigentlich dem Südgipfel der Östlichen Knotenspitze, erreicht. Besonders Resi war sehr stolz diesen doch anspruchsvollen Skigipfel erreicht zu haben.

Für den Abstieg über den Grat und die Rinne war nochmals vollste Konzentration gefordert. Durch die Rinne sicherte ich die Gruppe von Felsköpfeln, das gibt einfach etwas mehr Sicherheit. Nun wurde wieder auf Ski umgerüstet. Die Abfahrt war zuerst etwas schnittig, dann durften wir aber praktisch bis zur Hütte nochmals tollen Firn genießen. Eine würdige Abschluß-Abfahrt für unsere Tourenwoche. Barbara und ich waren froh alle überall gut rauf und wieder runter gebracht zu haben.

Skitour Östliche Knotenspitze 3084 m
Die südseitigen Hänge sind schon ziemlich aper
Skitour Östliche Knotenspitze 3084 m
Aufstieg durch das Stiergschwez
Skitour Östliche Knotenspitze 3084 m
Die Gipfelrinne der östlichen Knotenspitze kommt in Sicht
Skitour Östliche Knotenspitze 3084 m
Aufstieg über den Knotenspitzferner
Skitour Östliche Knotenspitze 3084 m
Uli und Gerhard stapfen durch die Rinne
Skitour Östliche Knotenspitze 3084 m
vlnr: Uli, Resi und Barbara
Skitour Östliche Knotenspitze 3084 m
Gipfelgenuß, Barbara, Resi und Gerhard
Skitour Östliche Knotenspitze 3084 m
Gipfelglück und Eheglück
Skitour Östliche Knotenspitze 3084 m
Beim Abstieg über den Knotenspitze SW Grat
Skitour Östliche Knotenspitze 3084 m
Abstieg durch die Rinne
Skitour Östliche Knotenspitze 3084 m
Blick zurück, jetzt beginnen die Abfahrtsfreuden
Skitour Östliche Knotenspitze 3084 m
Abfahrtsgenuß

Informaitonen und Hinweise

Franz Senn Hütte

Die Franz Senn Hütte ist ein gut organisierter Stützpunkt. Man kann hier bei entsprechenden Verhältnissen eine ganze Tourenwoche verbringen. Beliebt ist sie auch bei Kursen, wobei es natürlich nicht ganz 'realitätsnah' ist, Spaltenbergeübungen an irgendeiner Schneewechte zu machen. Die meisten Touren sind als anspruchsvoll einzustufen, für Skitourenanfänger gibt es schon aufgrund der Länge der Touren wenig bis kein Angebot.

Wir haben uns auf der Hütte sehr wohl gefühlt, wobei sie alleine Aufgrund der Größe und der Heterogenität des Publikums nicht mit Hütten wie der Saoseo oder Amberger mithalten kann. Das Team ist sehr freundlich und außerordentlich gut organisiert. Kulinarisch lässt die Hütte wenig zu wünschen übrig.

Eine Hütte und ein Gebiet, dass man einfach mal gesehen haben muss.

Eindrücke von der Franz Senn Hütte
Die Franz Senn Hütte in der Morgensonne
Eindrücke von der Franz Senn Hütte
Apres Tour auf der Sonnenterasse
Eindrücke von der Franz Senn Hütte
High Moon - Vollmond aus dem Zimmerfenster
Eindrücke von der Franz Senn Hütte
Ganz schön voll die Materialseilbahn
Infobox Kontakt
Link
Eamil
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Übersichtskarte Skitour Wildes Hinterbergl
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Übersichtskarte Skitour Ruderhofspitze
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Übersichtskarte Skitour obere Kräulscharte
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Übersichtskarte Skitour östliche Seespitze
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Übersichtskarte Skitour östliche Knotenspitze
Infobox - Weiterführende Links
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