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Yeti Viper Daunenjacke - im Praxistest

, getested von Peter
  1. Daunenbekleidung boomt - doch woher kommen all die Daunen?
  2. Daunen, Feder, cuin oder was? - Wärmeleistung und Innenleben
  3. Verarbeitung, Schnitt und Passform
  4. Fazit
  5. Impresionen
  6. Informaitonen und Hinweise
Bergfreunde.de

Im Verhältnis von Gewicht und Wäremeleistung ist Daunenbekleidung trotz moderner Materialien wie Primaloft und Co., immer noch ungeschlagen. In den letzten Jahren wurden vor allem Daunenjacken zunehmend dünner, leichter und damit auch viel universeller einsetzbar. Früher hatte man die Berg-Daunenjacke eher für Expeditionseinsätze oder für Biwacknächte im Kasten. Für den normalen Winter waren sie aufgrund ihrer Dicke und damit auch Wärme wenig geeignet.

Man konnte drunter gar nicht so wenig anziehen, ohne zu überhitzen. Nun entstand aber eine neue Generation, dünnere und leichtere Außenmaterialen sowie Anpassung der Füllmengen, machen die modernen Daunenjacken wesentlich universeller einsetzbar. Sei es bei Skitouren bei der Gipfelrast oder in der Früh in einem eisigen Auto am Weg zur Arbeit, man hat praktisch sofort beim Anziehen ein wohlig warmes Gefühl.

Daunenbekleidung boomt - doch woher kommen all die Daunen?

Vor Die Yeti Viper Daunenjacke einigen Wochen erschien im Bergauf, dem Mitglieder Magazin des Österreichischen Alpenvereins, ein Artikel, in dem es über das Thema Daunenbekleidung, bzw. die Herkunft der Daunen und die Haltung der Gänse und Enten von denen diese gewonnen wurden, ging. Sensibilisiert durch diesen Beitrag, war die Frage 'wie und woher kommen die Daunen der Yeti Daunenbekleidung' praktisch das erste Thema mit dem ich mich im Zuge dieses Tests beschäftigte. Der Beitrag rüttelte wirklich auf, Bilder von lebend-gerupften Gänsen und Beschreibungen wie die Tiere teilweise gehalten werden, lassen einem die Lust auf Daunenbekleidung fast vergehen.

Sehr erleichtert war ich dann, als ich auf der Yeti Webseite eine sehr ausführliche Information zu diesem Thema gefunden habe. Yeti geht hier als vorbildlicher Vorreiter voran. Als erstes Unternehmen hat Yeti ein Kodierungssystem entwickelt, das den Weg vom Ei, über die Aufzucht bis hin zur Daune transparent macht. Inzwischen werden 80% der bei Yeti verarbeiteten Daunen durch diesen Prozess qualitativ überwacht. Weiters werden sämtliche verarbeiteten Gänse- und Entendaunen von freilaufenden, artgerecht gehaltenen Tieren, europäischer Bauernhöfen gewonnen. Die Tiere sind zur Fleischgewinnung gedacht und werden erst nach ihrem Tod gerupft. Betriebe die Yeti zuliefern, verpflichten sich, die Tiere nicht lebend zu rupfen! Diese Offenheit und Ausführlichkeit auf der Yeti Webseite hat mir gut gefallen und ich finde es gut, das Betriebe solche, aufwendigere und kostspieligere Wege gehen um einerseits Tieren leid zu ersparen und auch europäische Wirtschaft zu fördern. Mit diesem Wissen fühle ich mich in meiner Viper noch wohler. Ich kann nur empfehlen, sich vor einer Kaufentscheidung für ein Daunenprodukt auch etwas über diese Seite der 'Wärme' schlau zu machen!

Daunen, Feder, cuin oder was? - Wärmeleistung und Innenleben

Die Jacke ist lt. Herstellerangaben im Verhältnis 90/10 mit Daunen zu Federn gefüllt, das heißt auf 100 g Füllstoff, kommen 90g Daunen und 10 g Federn. Die Bauschkraft wird mit 700+ cuin European Down angegeben. Die Bauschkraft ist ein Maß dafür welches Volumen ein bauschfähger Stoff nach einiger Zeit der Kompression einnimmt. Der Cuin-Wert, aus dem englischen für cubic inch per ounze, gibt also an wie viele cubic inches eine Unze des Materials nach einer bestimmten Zeit der Kompression einnehmen. Je höher dieser Wert, desto höher die Wärmeleistung im Verhältnis zum Gewicht. Über 700 cuin ist für eine Daunenjacke ein überdurchschnittlicher Wert. Die Daune ist in der Jacke in einer H-Kammer verarbeitet, was eine gleichmäßige Verteilung der Füllung garantiert.

Und genau so fühlt sich die Jacke auch an, die Isolation ist wirklich sehr gut. Erheblich besser wie bei der von mir im letzten Jahr getesteten Chillaz Extreme Primaloft Jacke, aber zum Glück und zugunsten der Allroundeigenschaften auch nicht so hoch wie bei expeditionstauglichen Modellen. Es ist wirklich fantastisch wie angenehm es ist, wenn man mit der Jacke im Winter vor die Tür tritt und von Beginn an ein wohlig warmes Gefühl hat, oder die Jacke auf Skitouren, bei Pausen oder am Gipfel, Überzieht um auch im verschwitzten Zustand nicht auszukühlen.

Verarbeitung, Schnitt und Passform

Die Yeti Viper hat einen körpernahen, leicht taillierten Schnitt und ist etwas länger gehalten, etwa so wie eine klassische Daunenjacke. Weiters verfügt die Jacke über einen kuscheligen Stehkragen. Insgesamt fördert diese Form zum die Wärmeleistung, da der Körper nicht so viel Luft zwischen sich und der Jacke erwärmen muss, und schaut obendrein auch noch ziemlich stylisch aus, wie ich an den Kommentaren von Kollegen und Freunden sehen konnte.

Das einzige was mir vor allem für den alpinen Einsatz etwas abgeht ist eine Kapuze. Es gibt das Modell Viper auch mit Kapuze, der Schnitt soll dort aber etwas anders sein. Wobei mein Modell gefühlt etwas alltagstauglicher ist und nicht nur rein sportlich wirkt! Dies wird auch durch die Farbgebung unterstrichen. Außen schwarz, innen, sowie an Taschen und Kragen in Feuerrot. Seitlich sind noch zwei Taschen angebracht, die auch kalte Finger gleich wieder warm werden lassen! Unten gibt es noch einen verstellbaren Gummizug, um den Abschluss um die Hüfte zu verbessern!

Die Reisverschlüsse an den Taschen und an der Front lassen sich gut bedienen und sind mit einem Bändchen versehen um sie auch mit Handschuhen gut handhaben zu können. Ein bisschen Obacht sollte man jedoch beim einfädeln des Front Reisverschlusses geben. Mir ist es bei einer Skitour, wo es am Gipfel ziemlich windig, um nicht zu sagen stürmisch war, passiert, dass ich den Reisverschluss nicht richtig eingefädelt hab und sich der Front-Zip dann von unten her von selbst aufgezogen hat. Wenn es drauf ankommt eine blöde Sache. Zuhause konnte ich alles wieder ?reparieren' aber unterwegs ist das natürlich ärgerlich.

Insgesamt ist die jedoch sehr hochwertig verarbeitet, sämtliche Nähte und Details wie z. B. der Kinnschutz, damit der Reisverschluss nicht am Kinn kratzt, oder die Isolierleiste am Front-Zip sind wirklich extrem sauber verarbeitet.

Eine Seitentasche der Jacke ist als Packsack konzipiert, man glaubt fast nicht dass die ganze Jacke dort Platz haben soll, aber es geht. Man erhält ein kompaktes Röllchen, dass leicht im Rucksack platz hat. Was ein bisschen fummelig ist, ist das verschließen des Röllchens mit dem Reisverschluss. Dass möchte ich in der Kälte nicht tun müssen, dort am besten gleich die ganze Jacke in den Rucksack stopfen. Der Vorteil dieses integrierten Packsacks ist natürlich, dass er nicht verloren gehen kann!

Die Jacke in Größe M hat ein Gewicht von insgesamt 405 g. Das ist zwar etwas schwerer als Daunenjacken die eher auf sportlich getrimmt sind, aber dafür ist sie auch wärmer und universeller verwendbar.

Fazit

Die Yeti Viper Daunenjacke ist aus meiner Sicht ein qualitativ sehr hochwertiges Produkt mit einem breiten Einsatzspektrum. Für Leute die die Jacke sowohl im Alltag, der Freizeit und beim Sport einsetzen möchten ist sie sicher eine sehr gute Wahl, auch wenn ?spezialisierte' Jacken hier den einen oder anderen Vorteil haben mögen. Auch in anbetracht des Preises sollte man nicht vergessen, dass man hier zumindest eine 2 in 1 Jacke bekommt! Sehr hervorzuheben ist die möglichste tierschonende Gewinnung der Daune, der hohe Qualitätsanspruch und dass es sich bei Yeti Produkten um rein europäische Erzeugnisse handelt!

Impresionen

Yeti Viper Praxistest
Die Yeti Viper Daunenjacke
Yeti Viper Praxistest
Kuscheliger Kragen mit Kinnschutz f?r den Zip
Yeti Viper Praxistest
Die Seitentasche ist gleichzeitig der Packsack
Yeti Viper Praxistest
Der Packsack, Abmessungen nur ca. 27 x 12 cm

Informaitonen und Hinweise

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