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Familienskitouren Fraganter Schutzhaus

, Barbara, Sophie und Peter
  1. Montag 16. Februar, Hüttenzustieg von Innerfragant (ca. 730 Hm, 4 km Aufstieg)
  2. Dienstag 17. Februar, Ochsentrieb 2651m (Schlechtwettergipfel) (ca. 830 Hm, 4,4km Aufstieg)
  3. Mittwoch 18. Februar, Sadnig 2745m über Sadnigscharte (ca. 950 Hm, 5,2km Aufstieg)
  4. Donnerstag 19. Februar, Sadnigscharte 2484m und Abfahrt nach Innerfragant (ca. 700 Hm, 4,1km Aufstieg)
  5. Informationen und Hinweise

Nicht zuletzt wegen der inzwischen ziemlich hohen Preise für einen klassischen Skiurlaub in den Semesterferien hatten wir für dieses Jahr mal den Versuch Familienskitouren-Tage angepeilt. Unsere Sophie hat ja glücklicherweise etwas von der Bergbegeisterung ihrer Eltern mitbekommen und ist sowohl konditionell als auch skifahrerisch recht fit. Als Destination wurde das Fraganter Schutzhaus auserkoren. Dort führte Barbara schon mal eine Alpenvereinsgruppe unserer Sektion und war von Hütte und Gebiet sehr begeistert.

Montag 16. Februar, Hüttenzustieg von Innerfragant (ca. 730 Hm, 4 km Aufstieg)

Auf der Hinreise durch das Mölltal war noch nicht wirklich viel vom Winter zu erkennen. Selbst drei Kilometer vor Innerfragant war noch alles so grün, dass Sophie die berechtigte Frage stellte: 'In drei Kilometern soll Schnee liegen?' Am Alpenvereinsparkplatz in Innerfragant angekommen, sahen wir, dass der Aufstieg ab dort mit den Skiern möglich sein sollte. So packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg. Der Winteraufstieg folgt meist dem Wanderweg und nimmt ein paar Abkürzungen entlang der Trasse der Stromleitung. Insgesamt ist der Weg vor allem auf der ersten Hälfte recht steil, und in unserem Fall war er hier auch ziemlich eisig. Nach etwa zwei Kilometern wird es etwas flacher, und man kann erste Blicke auf den Kleinen und Großen Sadnig werfen. Die Sonne strahlt uns entgegen. Einige Zeit später erreichen wir die Hütte und werden herzlich empfangen. Außer uns sind nur zwei weitere Gruppen auf der Hütte. So bleibt uns auch noch die Wahl eines Komfortzimmers mit Dusche und WC, die wir gerne annehmen - es ist ja schließlich Urlaub ;-) Wir genießen den Rest des Nachmittags mit Blick durch das Panoramafenster auf die schöne Fraganter Bergwelt.

Hüttenzustieg von Niederthai
Der AV Parkplatz in Innerfragant, Ausgangspunkt für den Zustieg zur Hütte
Hüttenzustieg von Niederthai
Über den steilen Wanderweg geht es durch den Wald
Hüttenzustieg von Niederthai
Nach etwa 500 Hm öffnet sich der Talschluss
Hüttenzustieg von Niederthai
Die Hütte ist erreicht

Dienstag 17. Februar, Ochsentrieb 2651m (Schlechtwettergipfel) (ca. 830 Hm, 4,4km Aufstieg)

Die Wetterprognose verhieß nichts Gutes für diesen Tag: Es sollte schneien und sehr windig sein. Mit dem in diesem Jahr ausgeprägten Altschneeproblem und dem Triebschnee sollte definitiv etwas Zurückhaltung geboten sein. Für einen solchen Tag ist das Schobertörl ein gutes Tourenziel. Direkt von der Hütte startet man in nordwestlicher Richtung in das Schobertal. Nach der Eggerhütte geht es durch ein steileres Waldstück bergan. Hier haben wir sogar noch etwas Sicht, und die Sonne versucht, sich durch die Wolken zu kämpfen - was ihr aber nicht so richtig gelingen will. Nach dem Waldstück beginnt uns der NW-Wind entgegenzublasen. Der Skiweg durch das Tal ist mit 'Skirouten'-Markierungsstangen gekennzeichnet, das erleichtert die Orientierung auch bei schlechter Sicht erheblich. Die Stangen sind mit genügend Abstand zu den das Tal begrenzenden Flanken auf einem Rücken angebracht, somit ist man auch lawinentechnisch recht sicher unterwegs. Bei der Koflerhütte wurde es Zeit für die Hardshell-Jacke und einen Buff.

Etwas nördlich des Schobertörls erreichen wir einen Zaun, der in nördlicher Richtung zu den Mellenwänden bzw. zum Ochsentrieb führt. Der Zaun bietet wieder eine gute Orientierungshilfe. Wir beschließen, bis an dessen Ende und dann noch ein Stück weiter den Grat entlang Richtung Rotwandeck zu gehen. Die letzten paar Meter sind dann durchaus noch spannend auf dem zunehmend schmaler werdenden Grat. Der Gipfel des Ochsentriebs ist zwar laut Karte am Ende dieses Grates, aber in der Hütte erfahren wir, dass im Allgemeinen die Kuppe am Ende des Zauns als Ochsentrieb bezeichnet wird.

Für die Abfahrt geht es praktisch in umgekehrter Reihenfolge dem Zaun bzw. den Skirouten-Markierungen entlang. Erst ab der Schoberhütte wird die Sicht etwas besser, und es gehen sich ein paar entspanntere und sogar genussreiche Schwünge aus. Um die Mittagszeit sind wir wieder zurück auf der Hütte und stärken uns mit Kaspressknödel- und Fleischnudelsuppe :-)

Ochsentrieb 2651m (Schlechtwettergipfel)
Rechts um den Rücken geht's Richtung Schobertörl
Ochsentrieb 2651m (Schlechtwettergipfel)
Kurz zeigt sich sogar die Sonne
Ochsentrieb 2651m (Schlechtwettergipfel)
Richtung Schobertörl, sind die Aussichten eher trüb
Ochsentrieb 2651m (Schlechtwettergipfel)
Zeit für die Hardshell-Jacke bei der Koflerhütte
Ochsentrieb 2651m (Schlechtwettergipfel)
Die Wegweiser 'Skitourenroute' sind an Tagen wie diesen Gold wert
Ochsentrieb 2651m (Schlechtwettergipfel)
Im Bereich des Schobertörl - der Orientierungszaun ist in Sicht
Ochsentrieb 2651m (Schlechtwettergipfel)
Der Zaun der quer über das Törl verläuft gibt einen Anhaltspunkt
Ochsentrieb 2651m (Schlechtwettergipfel)
Die letzten Meter zum Ochsentrieb - Schlechtwettergipfel

Mittwoch 18. Februar, Sadnig 2745m über Sadnigscharte (ca. 950 Hm, 5,2km Aufstieg)

Schon in der Früh strahlte uns durch das Zimmerfenster die Sonne entgegen, es sollte ein schöner Tag werden. Wir hatten geplant, Richtung Sadnigscharte zu gehen und zu sehen, wie es Richtung Sadnig aussah. Von den anderen Gruppen hatten wir gehört, dass in den letzten Tagen niemand auf die Scharte gegangen ist. Laut Karte sollte aber auch hier ein Aufstieg, der die 30 Grad nicht überschreitet, und so mit aus Sicht von StopOrGo möglich sein. Letztlich kann man es aber immer nur vor Ort entscheiden.

Bei zapfigen minus zehn Grad im Schatten ging's erst einmal Richtung Mellenböden. Auch hier ist wieder eine Steilstufe durch den Hochwald zu bewältigen. Kurz nach dieser erreichten wir die wärmende Sonne und konnten die traumhafte Berglandschaft genießen. Auch in diesem Tal ist die Skiroute wieder markiert. Während wir uns zusehends dem Anstieg in die Sadnigscharte näherten, versuchten wir, uns auch ein Bild von den Schneebedingungen zu machen. Deutlich waren wellenartige Windzeichen für Triebschnee zu erkennen. Aber wo Triebschnee abgelagert wird, wird er auch irgendwo abgeblasen. Und so war es dann auch. Als wir uns vor dem letzten Aufstieg zur Scharte noch einmal berieten, erkannten wir, dass die süd- bzw. südostseitigen Bereiche eher ausgeblasen waren. Da wir vorerst nicht einsehen konnten, wie viel Schnee hinter der einen oder anderen Geländekante lagerte, stiegen wir mit Entlastungsabstand über einen seichten Rücken rechts der Rinne zum Joch auf. Die Scharte selbst war fast komplett abgeweht, dafür hatten wir von hier eine wunderbare Aussicht auf die Schobergruppe und den Großglockner.

So wenig Schnee hatten wir hier nicht erwartet, und es war uns zuerst nicht klar, wie hier die Skitour weitergehen sollte. Nach einem Blick auf die Karte war klar: Eigentlich müssen wir dem Wanderweg folgen. Der erste Aufschwung war mit Skiern nicht zu gehen, deshalb packten wir sie erst einmal auf den Rucksack, in der Hoffnung, dass wir danach wieder mit Skiern weitergehen könnten. Leider erfüllte sich diese nicht. Auch weiter oben sah der Weg für Ski nicht einladend aus. So beschlossen wir, selbige zurückzulassen und zu Fuß weiterzugehen. So stapften wir dem Vorsadnig entgegen, von dem ein schmalerer Grat bis an den Fuß des letzten Steilaufschwungs führt. Hier war noch einmal tief zu spuren, links von mir entstanden in einer mächtigen Triebschneelinse gleich mal ein paar Risse - also besser rechts unter den Felsen bleiben. Noch war nicht ganz klar, wie es die letzten Meter zum Gipfel gehen sollte, das sah alles ziemlich steil aus. Bald erkannte ich die Wandermarkierung, die rechts um einen Block, etwas ausgesetzt und mit einem großen Schritt auf das Gipfelplateau, führte. Ein tolles Gefühl, diesen Gipfel als Familie erreicht zu haben.

Nach einer kleinen Rast und genügend Panorama-Bewunderung machten wir uns auf den Rückweg. Bei der Scharte konnten wir wieder auf Ski umsteigen. Die Abfahrt war dann über weite Strecken sehr genussreich. Am frühen Nachmittag erreichten wir dann wiederum die Hütte - also noch genug Zeit zum Chillen.

Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Der morgentliche Blick aus dem Panorama-Fenster sieht vielverpsrechend aus
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Begin des Steilstücks entlang des Sadnig-Baches
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Der kleine Sadnig in Bildmitte, rechts im Hintergrund der Sadnig
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Entlang der Skiroute Richtung Sadnigscharte - über die Mellenböden
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Vlnr: Mulleter Sadnig,Zoppspitz, Hirtenkopf
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Das steilere Stück zur Sadnigscharte
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Deutlich sind die Windzeicehen vom Vortag zu erkennen, überlegte Spurwahl und Abstände schaden hier nicht
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Auf der Sadnigscharte, mit Blick auf die Schober-Gruppe
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Oberhalb der Sadnigscharte ist es stark abgeblasen, diesmal zu Fuß sinnvoller
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Steiler Aufstieg Richtung Vorsadnig
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Blick vom Gipfel Richtung Norden
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Meine Mountain-Mädels am Gipfel des Sadnig
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Abstieg zurück in die Sadnigscharte
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Sophie mit Glocknerblick
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Abfahrtsfreuden
Skitour Sadnig 2745m über Sadnigscharte
Blick zurück auf eine lässig Tour

Donnerstag 19. Februar, Sadnigscharte 2484m und Abfahrt nach Innerfragant (ca. 700 Hm, 4,1km Aufstieg)

chnell sind die Tage vergangen, der letzte Tag unseres Aufenthaltes war bereits gekommen. Wieder eher bescheidenes Wetter, starker Schneefall, aber diesmal mit wenig Wind. Ein paar Schwünge wollten wir aber schon noch machen. So ging's für uns nochmals auf die Sadnigscharte, die wir ja vom Vortag schon gut kannten. Die Abfahrt war zwar durch die schlechte Sicht etwas gebremst, aber es gingen sich dann doch ein paar genussreiche Schwünge aus. Auf der Hütte noch das Gepäck abgeholt und ab ins Tal. Ab dem Kraftwerk war es dann ein ordentliches Geratter. Letztendlich sind wir aber alle gut unten angekommen. Und wir waren alle der Meinung: Familienskitouren-Urlaub - das müssen wir wiederholen :-)

Informationen und Hinweise

Fraganter Schutzhaus

Die Fraganterhütte ist eine sehr schöne, recht moderne Hütte. Vor allem der freundliche, lichtdurchflutete Gastraum mit dem Panoramafenster ist ein wahres Highlight. Es gibt zwei Vierbett-Komfortzimmer, die Toilette und Dusche im Zimmer haben. Diese Komfortzimmer kosten etwa ein Drittel mehr als das Standard-4-Bett-Zimmer. Als Familie, vor allem mit einem Teenager, haben wir ein solches Zimmer sehr genossen.

Bei Bedarf kann man einen Materialtransport von Innerfragant bis zur Hütte mit der Materialseilbahn durch das Hüttenpersonal organisieren lassen. Die Kosten dafür betragen 35 Euro pro Fahrt (also pro Gruppe, Stand 2026).

Eine Hütte und ein Gebiet, das man einfach mal gesehen haben muss.

Eindrücke vom Fraganter Schutzhaus
Ein Highlight auf der Hütte - der Gastraum mit dem riesigen Panoramafenster
Eindrücke vom Fraganter Schutzhaus
Frühstücksbüffet
Eindrücke vom Fraganter Schutzhaus
Vor- und Trockenraum beim Skitstall
Eindrücke vom Fraganter Schutzhaus
Geräumiger und gut geheizter Trockenraum
Infobox Kontakt
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Eamil
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Karte Skitour Ochsentrieb (Schlechtwetter-Variante)
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Karte Skitour Sadnig über Sadnigscharte
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