Seit einigen Jahren leben unsere Freunde Andy und Carine (www.andreas-peisser.com) im Massiv des Bauges. Bei uns ist dieses Gebiet weitgehend unbekannt, bietet es aber grandiose Möglichkeiten für Skitouren und Winterbesteigungen aller Schwierigkeitsgrade. Praktisch natürlich wenn man mit Ortskundigen unterwegs ist, der für die jeweiligen Verhälntisse die schönsten und spannendsten Touren im Kopf hat. Barbara und ich wechselten uns so Ende Jänner mit Skitourengehen und auf unsere kleine Tochter aufpassen ab und konnten so ein paar tolle Touren mit Andy unternehmen.
Gleich für die erste Tour hatte Andy ein Schmankerl auf lager. Er wollte eine 'Skitour einbohren'. Vor einiger Zeit bestieg er den 'Grande Parra', dort gibt es die Möglichkeit in eine Steilrinne zu queren. Diese Querung ist recht ausgesetzt und absturzgefährdet, war also ohne Seilsicherung nicht zu begehen. Gesagt getan. Die Bohrmaschine nahmen wir nicht mit, da diese doch nicht im Keller zu finden war, aber Seil, Gurt und Steigeisen kamen in den Rucksack. Stan ein Freund von Andy begleitete uns.
Beim Aufstieg auf den 'Grande Parra' mussten wir uns durch dichtes Unterholz kämpfen, da uns das ausqueren in die steilen, freien Hänge lawinentechnisch zu heikel war. Nachdem der Gipfel erreicht war, begann unterhalb des selbigen die Querung in die Rinne. Andy sicherte Stan und mich von oben, was in anbetracht der unter der Querung liegenden Felswand sehr angenehm war. Zwei drei Bohrhaken an noralgischen Stellen werden die Sache hier in Zukunft einfacher und sicherer machen.
Der Aufwand lohnte sich auf alle Fälle, in der 45 Grad steilen Rinne fanden wir unverspurten Pulverschnee vor. Da ich heuer noch nicht wirklich viele Touren und soche Steilabfahrten in den Beinen hatte, kosteten die ersten Schwünge schon etwas überwindung. Es war aber eine aufregende Angelegenheit!
Nach der Rinne folge die Abfahrt in den Talboden. Von dort stiegen wir dann nochmals etwas 600 mH auf um die im oberen Teil auch nicht Flache Ostflanke des 'Point d'Arlicots' zu befahren.
Nachdem am Montag das Wetter zum Skitouren gehen etwas zu schlecht war, über nahmen Andy und ich das Babysitten und schickten unsere Mädels n das lokale Langlaufgebiet. Nachmittags wurden dann die Unterarme an Andys Boulderwand noch etwas Strapaziert.
Jetzt am Dienstag ging es aber wieder auf Tour! Leider war der Hochnebel doch etwas dichter als erwartet und wir fanden mit viel 'gefühlsmäßiger' Orientierung gerade noch auf den 'Mont d'Armenaz', an eine Abfahrt durch eine der steilen nordseitigen Rinnen war bei dieser Sicht aber nicht zu denken. So suchten wir unserer Aufstiegsspur entlang zurück ins Tal.
![]() Andy im Whiteout |
![]() Jo wo isa denn der Berg? |
![]() Es reist kurz auf, zur Orientierung |
![]() A & P Gipfelfoto |
Am Mittwoch waren wieder Barbara und Andy unterwegs, da der Hochnebel ähnlich aussah wie Tags davor, blieb die Kammera daheim. Schade, diesmal kamen sie über das Nebelmeer hinaus uns erlebten einen traumhaft schönen wolkenlosen Himmel mit einer super Pulverabfahrt! Leider bleibt von alldem nur die Erinnerung!
Von Andys Balkon aus Blickt man direkt auf den Mont Colombier, welcher das Ziel des heutigen Tages sein sollte. Anfangs durch den Wald später über frei flächen und dann durch eine Steilrinne die wir mit Steigeisen hinauf stapften führt die Tour. Ich blage mich etwas, da ich mir eine verkühlung eingehandelt hab, aber mit willenstärke und schön gemütlich erreichen wir den Gipfel. Die Abfahrt ist hier besonders abwechslungsreich. Zuerst die Steilrinne, und dann 'freeridemäßig' über die Alm zurück ins Tal.
Für Barbara hatte Andy heute einen Klassiker ausgesucht, das SW Couloir des 'Mont Pecloz'. In der Draufsicht unglaublich steil und markant. So schlimm ist es zwar nicht, aber für Babsi doch eine Herausforderung. Der erste Teil des Weges ist gleich wie zum Armenaz, dann allerdings in das markante Couloir. Wenn man einmal drin ist nicht zu verfehlen. Wieder gehts mit Steigeisen, die etwa 400 mH durch das Couloir. Wenn man einmal drinn ist, sieht die Sache glücklicherweise dann doch nicht so extrem steil und schmal aus, eine tolle Tour aber auf jeden fall.
Bei 'Bergsteigen in Frankreich' denkt jeder immer gleich an den Mont Blanc oder Chamonix, es gibt aber auch unbekannte Gebiete die beachtliche Möglichkeiten zum Wandern, Skitourengehen, Schneeschuhwandern, Eisklettern oder Winteralpinismus bieten. Eines davon ist sicher das Massiv des Bauges. Bei interessa an diesem Gebiet mit oder ohne Bergführer kann man sich sicher vertrauensvoll an Andy Peisser wenden!
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