Skitouren rund um die Coaz-Hütte
mit Barbara Schnepf, Bärbel & Hans Penz, Brigitte und Andreas Wiesner
(alle Fotos Andreas Wiesner)



Nachdem ich im letzen Sommer, im Rahmen meiner Jugendleiter-Tätigkeit eine Bernina-Durchquerung geleitet hatte, und im Zuge dessen drei Tage auf der Coaz Hütte verbringen konnte, kehrte ich nun mit Barbara und vier Freunden nochmals dort hin zurück um einige Skitouren in der Sella-Gruppe zu Unternehmen. Die lanschaftlich wunderbar gelegene und auch vorbildlich von Alois Kunfermann bewirtschaftete Coaz Hütte sollte für fünf Tage unser Basislager bilden.

So machten wir uns am 25. März auf nach Surlej. Nach ca. 8 stündiger Autofahrt trafen wir auch schon am Parkplatz der Seilbahn auf den Piz Corvatsch ein. Während der Skisaison ist dort doch mehr los als im Sommer, so wurde schon mal das Parken zum kleinen Problem. Ein kleiner Tipp für weitere Besucher. Im Ortskern von Surley gibt es eine Parkzone, der unterste Parkplatz hat kein Schild für beschränkungen, dort kann man sein Auto problemlos einige Tage stehen lassen. Man kann dann mit dem Gratis-Shuttlebus bis zur Seilbahn fahren. Die bessere Variante, die uns Alois verraten hat, ist aber, bei der Seilbahn zu Parken und einen gut sichtbaren Zettel ins Auto zu legen dass man auf der Coaz Hütte sei.

Nachdem wir schon mal 26 CHF für die einfache Bergfahrt bis zur Bergstation gelöhnt hatten, konnte es auch schon los gehen. Als wir bei der Bergsation ins Freie traten, lachte uns auch schon die Sonne entgegen und unser Blick fiel sofort auf die großen Berge der Region - Piz Bernina, Scerscen und Rosegg.

Wir folgten der Piste einige hundert Meter und sahen dann auch gleich Skipuren auf den Felssporn der vom Piz Murtel herunter zieht. Dort hingefahren mussten wir aber feststellen dass hier ohne Abseilen kein Runterkommen möglich war. Dies konnte nicht der normale weg sein. Nach kurzer Beratung und Umschau sehen wir dann aber auch schon etwas weiter unten ein Schild das den richtigen Weg zur Coaz Hütte wies. Auf der felsigen Seite des Sporn ist der Abstieg mit einem Geländerseil versichert und kann leicht bewältigt werden.

Wählt man danach eine möglichst hohe Abfahrtsspur ist das Erreichen der Coaz-Hütte als reine Abfahrt möglich und dauert ca. 1 Stunde. Je nach Schneelage kann es mit zunehmender Tageserwärmung lawinentechnisch gefährlich werden. Wir hatten aber das Glück das es an diesem Tag relativ kühl war.

Bei der Hütte angekommen, erwartete uns auch schon Alois Kunfermann, der symphatische Hüttenwirt der Coaz Hütte.

Hüttenzustieg/-fahrt Rosegg-Blick
Hüttenzustieg/-fahrt Rosegg-Blick
kurzer Abstieg auf die Vadret dal Murtel
kurzer Abstieg auf die
Vadret dal Murtel
Bianco, Scerscen und Rosegg - die Großen des Gebietes
Bianco, Scerscen und Rosegg
die Großen des Gebietes
der Sella-Gruppe und die Coaz Hütte
der Sella-Gruppe und die Coaz Hütte
(schwarzer Punkt im Vordergrund!)

up
Sonntag 26. März, Il Chapütschin 3386 Meter (ca. 800 mH)

Unsere erste Tour sollte uns auf den Il Chapütschin führen. Diese Tour ist nicht sehr lang, und unschwierig, bietet aber tolle Rundblicke auf das gesamte Gebiet. Um sich etwas zu akklimatisieren genau das Richtige.

So machten wir uns auf, und folgten dem Weg den wir am Vortag gekommen sind für einige hundert Meter bis zu einer breiten Rinne auf der orogr. rechten Seite des Sommer Normalwegs, die in Richtung Vad. dal Chapütschin hinauf führt. Wir folgten dieser Rinne in weiten Bögen um über eine steile Rampe auf den Gletscher zu gelangen. Die Sonne lachte und wir waren sehr beeindruckt von der Schönheit der winterlichen Hochgebirgslandschaft.

Der Gletscher ist nicht sehr Spaltenreich und schien gut verschneid zu sein. So beschlossen wir auf das Seil zu verzichten. Über den mäßig steilen Gletscher stiegen wir nun bis in eine Scharte um auf die westliche Seite des in N-S Richtung verlaufenden Rückens der vom Gipfel herunter zieht zu gelangen. In einem langen Linksbogen erreichten wir den Fuß des Gipfelaufbaus und ließen dort unsere Skier zurück. Kurze Zeit später erreichten wir über leichtes gemischtes Gelände den Gipfel.

Nach dem Abstieg zum Skidepot beschlossen wir, da uns die Schneeverhältnisse lockten, noch auf den Chapütschin Pitschen, den kleinen Chapütschin, zu gehen. Von dort lässt es sich toll zur Scharte auf den Vad. dal Chapütschin schwingen.
Für den weiteren Abstieg folgten wir der Aufstiegsspur, und erst weiter unten wurde der Schnee, durch die Sonneneinstrahlung, doch etwas feuchter.

Aufstieg zum Il Chapütschin
Aufstieg zum Il Chapütschin
auf der Vadret dal Chapütschin
auf der Vadret dal Chapütschin
Hans, Andi, Bärbel, Peter,Barbara und Brigitte am Gipfel
Hans, Andi, Bärbel, Peter,
Barbara und Brigitte am Gipfel
Abstieg zum Skidepot
Abstieg zum Skidepot
Pulverfreuden am Chapütschin
Brigitte
Pulverfreuden am Chapütschin
Barbara
Pulverfreuden am Chapütschin
Hans
Pulverfreuden am Chapütschin
Bärbel

up
Montag 27. März, La Muongia 3415 Meter(ca. 850 mH Aufstieg)

Für unsere nächste Tour hatten wir die La Muongia (die Nonne) geplant. Für den Aufstieg mit Skiern gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man ein kurzes Stück dem Weg in Richtung Piz Glüschaint folgen, und dann auf dem Gletscher in einem Rechts- und später Linksbogen auf das flache Gletscherbecken zwischen La Muongia und Il Chapütschin zu gelangen.

Wir wählten den, auch im Sommer begangen, Weg und folgten dem Rücken, der direkt von der Hütte in SW-Richtung zum oben erwähnten Gletscherbecken führt. Diese ist zwar kürzer aber, bei Harsch, gehtechnisch sehr anspruchsvoll, evtl. können Harscheisen dienlich sein. Vom Gletscherbecken geht's zuerst in einem Linksbogen am Fuße der Muongia Richtung SO, um dann über Schneebrücken zwischen beeindruckenden Gletscherspalten hindurch weiter in Richtung SW zum Fuß des Felsaufbaus zu gelangen. Nun hatten wir noch ca. 40 mH in leichtem Felsgelände (ca. Schwierigkeitsgrad 2) auf den Gipfel zu steigen. Die Felsabbrüche nach Süden sehen hier wirklich beeindruckend aus. Kurze Zeit später standen wir auch schon am höchsten Punkt. Andi und Brigitte freuten sich sehr über ihren höchsten erstiegenen Skigipfel. Nach ein paar Fotos stiegen wir wieder zum Skidepot ab. Währen meine Freunde eine kleine Pause machten, schnallte ich nochmals die Ski an und erstieg, sozusagen für die Statistik, den Schneehügel neben der La Muongia.

Für die Abfahrt folgten wir im oberen Teil der Abfahrtsspur und suchten uns nach verlassen des Gletschers ein paar Varianten. Leider war der Schnee unterhalb von ca. 2900 Meter schon sehr durchfeuchtet und doch etwas ‚gführiger'. Dafür schmeckte das Bier auf der Hütte um so besser!

Aufstieg zur La Muongia
Aufstieg zur La Muongia
(der Gipfel im Hintergrund)
am Rosegg Gletscher
am Rosegg Gletscher
Aufstieg zur La Muongia
Aufstieg zur La Muongia
der Il Chapütschin von SO
der Il Chapütschin von SO
Querung einer Spaltenzone
Querung einer Spaltenzone
Gipfelglück auf der La Muongia
Gipfelglück auf der La Muongia
Barbara, Brigitte, Andi, Bärbel, Peter, Hans
Blick von der La Muongia auf die schroffe Südseite
Blick von der La Muongia
auf die schroffe Südseite
Barbara
Barbara bei der Abfahrt

up
Mittwoch 29. März, La Sella Westgipfel 3584 Meter(ca. 1000 mH Aufstieg)

Am dritten Tag unseres Aufenthalts war das Wetter leider nicht gut, bereits um 6 Uhr, als wir eigentlich los gehen wollten, war die Sicht gleich null. Wir versuchten etwas später doch noch den Anstieg zum La Sella, mussten aber nach ca. 350 mH wegen Sturm und schlechter Sicht umkehren.

Am darauf folgenden Tag war das Wetter wieder traumhaft. Es hatte um die Hütte ca. 20 cm und weiter oben bis zu 50 cm Neuschnee. Wir spurten frisch und munter drauf los. Da ich den Weg schon vom letzten Sommer kannte, war die Orientierung nicht schwierig. Auf den Gletschern hatte es aber, wie erwähnt, eine Menge Neuschnee, dies bedeutete für uns erhöhte Vorsicht und eine gründliche lawinentechnische Beurteilung der von uns geplanten Aufstiegsroute. So gingen wir nicht den, an den Vortagen geplanten Weg entlang des breiten Rückens, der im unteren Teil aber sehr Steil ist, sondern wählten eine spaltenreichere, aber nicht ganz so steile Variante. Diese führte am orogr. rechten Rand der breiten Gletscherrinne, in der direkten nördlichen Linie vom Gipfel der La Sella, bergan. Wir hofften am oberen Ende dieser Rinne nach links auf den oberen Teil des Nordrückens queren zu können. Wir vermuteten dass es dort über Schneebrücken zwischen den Spalten auf den Rücken gehen müsste. Nach einiger Zeit der mühsamen Spurerei erreichten wir diese Stelle. Wir fanden tatsächlich eine schmale Schneebrücke, über die wir vorsichtig ausqueren konnten. Nun wurde das Gelände flacher und spaltenärmer. In weiten Bögen stiegen wir nun in den Sattel zwischen den Sella Gipfeln.

Mit zunehmender Höhe, wurde es auch merklich kälter und recht stürmisch. Meinen Kameraden war es dann doch etwas zu kalt für den felsigen Gipfelaufbau. So beschloss ich alleine weiter zu gehen. Der Schnee an der kurzen Flanke zum Grat war teilweise pickelhart, die Steigeisen unten am Sattel im Rucksack, so musste ich oft ganz schön treten um eine halbwegs sichere Stufe in den Schnee zu kriegen. Am Grat selbst wurde es leichter, jedoch ist der Weg etwas weiter als man von unten vermuten möchte. Aber nach einiger Zeit stand ich dann doch am Gipfel des La Sella. Nach kurzem Genießen der Situation machte ich mich auch schon wieder an den Abstieg zu meinen Freunden.

Die nun folgende Abfahrt war ein absoluter Traum in weiß, der Pulverschnee, abfahren durch diese wilde Landschaft, und dann noch bei strahlendem Sonnenschein. Wahrlich ein krönender Abschluss unser Tage auf der Coaz Hütte.

Aufstieg zum La Sella
Aufstieg zum La Sella
Aufstieg zum La Sella
Aufstieg zum La Sella
im oberen Teil
Abfahrt durch die Spaltenzone
Abfahrt durch die Spaltenzone
La Sella - Westgipfel
La Sella - Westgipfel
Pulverrausch bei der Abfahrt
Pulverrausch bei der Abfahrt
Brigitte
Brigitte
die Aufstiegs und Abfahrtsroute
die Aufstiegs und Abfahrtsroute
das Team vor der Hütte
das Team vor der Hütte

up

Informaitonen und Hinweise

Gasthof Raiffeisen

Die Coaz Hütte liegt für Besteigungen der Sella Gruppe optimal, auch der Piz Rosegg und Übergang zu Tschierva-, Marinelli-, Marco é Rosa Hütte ist von hier möglich. Der Hüttenwirt, Alois Kunfermann, gibt sehr gerne telefonisch, per Email oder persönlich auf der Hütte Auskunft über Touren und -bedingungen. Dies war für mich bei der Tourenplanung sehr hilfreich. Die Hütte ist recht gemütlich, die Lager schön. Das Essen ist vorzüglich und man kann auch nachholen! Und wenn man glück hat, kriegt man auch mal 'Pizokeri'. Der Marschtee ist in der Halbpension inbegriffen, und kann ab 21 Uhr selbst abgefüllt werden! Man kann telefonisch oder über das Internet reservieren.

Preise:
  • 55 CHF / Euro 37 Übernachtung und Halpension für Alpenvereinsmitglieder
  • 6 CHF Bier 0,5 Liter
  • 5,50 CHF Mineralwasser 0,5 Liter
  • weitere Preise sind auf der Homepage zu finden (siehe Web)
Telefon:  ++41 (0)81 842 62 78
Web: Coaz.ch
Email: info@coaz.ch






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