Tipps und Infos für Höhenbergsteiger ...
... und solche die es werden wollen!
Allgemeines
- Das aller- aller- allerwichtigste ...
...beim Bergsteigen in großen Höhen ist wohl das extrem langsame Gehtempo. Ein zu schnelles Tempo treibt einen in eine Sauerstoffschuld die oft nicht mehr ausgeglichen werden kann, und einen so eventuell den Gipfel kosten kann. Das schwierigste für mich ist die Umstellung vom gewöhnten Tempo auf diesen langsamen Schritt, ist man doch von 'zuhause' ein flotteres Tempo gewohnt und kann sich kaum mit der Vorstellung abfinden für 1000 Höhenmeter sechs Stunden oder mehr zu brauchen. Ich finde es auch wesentlich effizienter stetig sehr langsam zu gehen als immer ein Stück schnell zu gehen und dann wieder rasten zu müssen.
- Schlafprobleme durch verstopfte Nase
Beim Schlafen in größerer Höhe habe ich des öferen Probleme damit das bei niedrigen Temperaturen, eines bzw. beide Nasenlöcher verstopft sind. Da ich anscheinend im Schlaf automatisch versuche durch die Nase zu atmen, wache ich meist kurz nach dem einschlafen mit Atemnot wieder auf. Geht das die ganze Nacht so, kann die Sache ziemlich nervig sein. Bei meinem letzten Aufenthalt in Bolivien habe ich nun Nasentropfen (Otrivin) dabei gehabt, die die Nase frei machen. Ich habe damit sehr gute Erfahrung gemacht und keine Nebenwirkungen bemerkt. Ich habe aber versucht sie so wenig wie möglich zu nehmen, da sie auch die Nasenschleimhäute ziemlich austrocknen, was in der ohnehin schon sehr trockenen Höhenluft unangenehm sein kann.
- Dampfsperre in den Bergschuhen
Bei meinen Unternehmen auf höhere Berge verwende ich immer Schalenbergschuhe. In Bolivien habe ich nun erstmals meinen Koflach Arctic Expeditin mit Aveolit Innenschuhen dabei gehabt. Wichtig bei den Innenschuhen ist dass sie durch den Schweiß nicht zu feucht werden. Da ein feuchter Innenschuh die Wärme viel besser vom Fuß weg leitet und somit kalte Füße noch eher vorprogrammiert sind als mit trockenen Innenschuhen. Der Aveolit Innenschuh ist ja von natur aus schon sehr warm, deshalb schwitzt man sehr stark wenn es nicht ganz so kalt ist. Ich verwende daher sobald ich die Schuhe anziehe ein Dampfsperrsystem, indem ich ein Paar dünne Synthetiksocken, darüber einen 5 Lieter Gefrierbeutel (passt für Schuhgröße 42), und wiederum darüber ein Paar dicke Wandersocken anziehe. Die dünnen Socken trockenen sehr rasch und werden auch in feuchtem Zustand von mir nicht als unangenehm empfunden. Mit diesem System bleibt die Innenschuhe schön trocken. In der Nacht nehme ich sie dann in den Schlafsack mit, dort stülpe ich die Gefrierbeutel verkehrt über die Fußöffnung der Innenschuhe, so werden die Beutel trocken und die Schuhe werden nicht durch die feuchtere Luft im Schlafsack feucht. In der Früh hab ich dann wunderbar warme und trockene Innenschuhe. Ich hab damit bis jetzt sehr gute Erfahrungen gemacht.
Ein Freund von mir nimmt auch manchmal ein zweites Paar Innenschuhe mit, damit er für den Gipfeltag, meist am kältesten, da man schon in der Nacht starten muss, trockene Inneschuhe hat.
- Warme Füße beim Lagerleben
In Bolivien bin ich auch darauf gekommen, beim Lagerleben einfach mit meinen Daunenpatschen, die auch sehr gegen kalte Füße im Schlafsack helfen, in die Schalen meiner Bergschuhe zu schlüpfen. Dies ist wunderbar Warm, und reicht für den gang auf die Toilette oder zum Kochen allemal. Die Innenschuhe kann man derweilen in die Sonne (falls vorhanden) stellen.
- Eine Möglichkeit für ausreichend Sauerstoff im Zelt
Beim schlafen in einem kleinen Expeditionszelt haben wir Bolivien erstmals versucht das Innenzelt in der Nacht etwas offen zu lassen. Dies hat den vorteil, dass die Belüftung und somit die Sauerstoffversorgung besser funktioniert, und ein weiterer vorteil ist dass die feuchte Atemluft eher an der Innenseite des Außenzelts kondensiert, und so Schlafsäcke und der restliche Inhalt des Zelts nicht so sehr beschlagen. Und mit guten Schlafsäcken ist der etwas höhere Wärmeverlust kein Problem.
- Ordnung ist das halbe Leben
Ich hab mir inzwischen angewöhnt vor dem Gipfeltag sämtliche in der kommenden Nacht benötigten Kleidungsstücke in der richtigen Reihenfolge bereit zu legen. Es ist so noch unangenehm genug in der Nacht aus dem kuschelig warmen Schlafsack in die Kälte hinaus zu gehen, da will ich nicht erst lange herumsuchen wo ich meine Socken etc. habe.
Bolivien
- Stadtplan La Paz
Auch für mich wäre eine Stadtplan von La Paz zur Planung zuhause hilfreich gewesen, deshalb habe ich den Mitgebrachten eingescannt und hier online gestellt. Es ist der nördliche Teil der Stadt, für Bergsteiger ist dieser ohnehin signifikanter, da dort sehr viele Agenuren, günstige Unterkünfte, Märkte und einige Sportgeschäfte zu finden sind. Ist etwas grösser, kann aber gut auf A4 gedruckt werden!
- Ankunft:
Der Informationskiosk am Flughafen La Paz ist nicht das was man hierzulande unabhängig nennen würde. Wir haben uns von ihm ein bisschen 'einwickeln' lassen und haben uns kurze Zeit später in 'seinem' bevorzugten Hotel wiedergefunden. Das Hotel Galeria war ja ganz ok. Für hiesige Verhältnisse aber recht teuer. Will man es preisgünstig, empfehle ich eines der vielen Hostals. Z. B. das Hostal Sucre am Plaza Sucre (auch Plaza San Pedro genannt), dort gibts einen netten Innenhof, und man kann auch nicht gebrauchte Ausrüstung während der Tour dort lassen!
- Heimreise / Abflug
Wie wir am eigenen Leib erfahren mussten ist bei der Heimreise mit Übergepäck mehr Vorsicht geboten als bei der Hinreise. Wir sind mit der Varig nach hause geflogen, die sind speziell beim Handgepäck ziemlich genau. Da es sich aber kaum vermeiden lässt bei einer Bergreise (vor allem wenn man seine eigene Ausrüstung mit nimmt) das Gewichtslimit zu überschreiten habe ich hier einen Tip parat. Bei uns hatten die Seesäcke pro Stück ca. 24 Kg, das wäre noch Ok gewesen, allerdings hätten wir dann pro Person nur 5 kg. Handgepäck haben dürfen. Das haben wir leider nicht geschaft. Pro kg übergepäck bezahlt man ca. 70 $! Im nachhinein hatten wir folgende Idee. Falls ein oder mehr Handgepäcksstücke sehr schwer sind, empfiehlt es sich diese nicht mit zum Eincheck-Schlater zu nehmen, sondern irgendwo abzustellen. Denn nach dem Einchecken kontrolliert das Handgepäck kein Mensch mehr bezgl. Gewicht. Alternativ kann eine Person derweilen auf das Handgepäck aufpassen während die anderen einchecken. Ich würde das das nächste mal so machen; wir haben ganz schön gelöhnt fürs Übergepäck.
- aktuelle Führer-Literatur
Ein sehr aktueller Führer fürs Bergsteigen in Bolivien ist
LOS ANDES DE BOLIVIA - Guia de Escaladas
von Alain Mesili
ISBN: 84-8370-081-6
ist auf Spanisch, soll aber inzwischen auch auf Englisch erältlich sein.
- Bergsteigeragentur:
Nach langer Suche haben wir in La Paz die Agentur ELMA ausfindig gemacht. Geleitet von Elisa Marquez und ihrem Mann, bieten sie Touren, organisation von Trägern, Ausrüstung (wobei ich diese doch lieber von zuhause mitnehmen würde), aber auch nur den Transport zu den Bergen zu günstigen Preisen an. Außerdem ist es eine der sehr wenigen möglichkeiten 'Benzina Blanca' (White Gas) für den Benzinkocher zu kaufen, dieser ist in La Paz echt schwer zu bekommen.
Die Adresse:
ELMA Tours - Climbing, Trekking, Biking, Jungle Tours
Sagarnaga Street 319 Office Nr. 3
La Paz, Bolivia
Web: www.excursions-bolivia.8m.com
- Essen:
Sehr gut Essen kann man im Restaurant Layqa in einer Seitengasse der Calle Sagarnaga, dort sollte man nach dem Menü fragen bei dem man von dem reichhaltigen Buffet holen kann, und nur die Hauptspeise aus der Küche kommt. Ist auch recht billig, ich glaub so 25 Bolivianos. Wer nach dem essen ein hochprozentiges Gläschen probieren will soll nach dem 'Schlangenschnaps' fragen, wirklich eine einmalige Sache!