Tips zum Schärfen von
Eisgeräten, Eisschrauben und Steigeisen

Eisgeräte mit Normalhaue

Eisgerät mit Normalhaue
  • Stellt man das Eisgerät mit Hauenspitze und dem Ende des Schaftes auf eine ebene Fläche, soll diese an der Haue in etwas der Linie (1) folgen. Dann hat die Haue die richtige Schräge um bei einem Schlag optimal ins Eis zu ziehen.

  • Auf der Oberseite (2) der Haue einen scharfen Grat feilen, damit kann das Eisgerät leichter aus dem Eis gezogen werden.

  • Auch die unteren Zähne (3) seitlich etwas anschleifen, aber nur so dass in der Mitte eine ebene fläche bleibt (im Querschnitt wie ein auf dem Kopf stehendes Trapez). Die Hauenspitze, bis zur ersten kerbe aber nicht seitlich anschleifen, diesen wie im nächsten Punkt beschrieben, feilen.

  • Von der Spitze (4) der Haue bis zur ersten Kerbe schräg zurück feilen, damit die Spitze sich bei Belastung (zb. Hooken) förmlich ins Eis zieht. Aber Achtung, die Kerbe muss trotzdem rund bleiben (Rundfeile) sonst besteht erhöhte Bruchgefahr!


  • Grundsätzlich kann gesagt werden, je schmäler die Haue vorne ist, desto besser geht sie ins Eis, und desto geringer ist auch die Sprengwirkung, jedoch steigt die Bruchgefahr!

    Eisgeräte mit Hohlhauen

  • Die Unterseite der Haue bzw. die Zähne (1) dort scharf schleifen, das erleichtert das Herausdrehen der Haue.

  • An der Spitze (2) schräg aufwärts feilen, an der Außenseite muss die Haue gerade bleiben, andernfalls erhöht sich die Sprengwirkung.

  • Die Kerben (3) niemals dreieckig ausfeilen, sondern immer rund, sonst besteht Bruchgefahr!


  • Eisschrauben

    Eisschraube
  • Die Zähne der Eisschraube werden ähnlich einem Sägezahn (3) geschliffen. Dieser soll so geformt sein, dass sich die Schraube beim drehen ins Eis zieht.

  • Die Zähne sollen an der Stirnseite nach innen (1)geschliffen werden, damit das herausgeschnittene Eis ins innere der Schraube abtransportiert wird.

  • Das Schraubengewinde (2) soll erst hinter den Zähnen beginnen, dann kann die Schraube leichter angesetzt werden und "beißt" schneller.

  • Weiters ist es wichtig dass die Schraube möglichst poliert (Innen und Außen) ist; darauf sollte bereits beim Kauf geachtet werden, denn eine hoch-glatte Schraube geht leichter ins Eis.

  • Sehr komfortabel sind Schrauben die mit einem kleinen Hebel ausgerüstet sind, dies erleichtert und beschleunig das Eindrehen erheblich - kann schon mal den einen oder anderen Angstschweißtropfen sparen!

  • Steigesen mit Horizontal-Zacken

    Steigeisen mit Horizontal-Zacken
  • Steigeisen mit horizontalen Frontalzacken eignen sich besonders für den Gebrauch in Firn, Gletschereis und hochalpinem kombinierten Gelände. Können aber auch zum klettern im Wassereis, abhängig vom Können des Trägers, eingesetzt werden. Speziell im röhrigen Eis haben sie den Vorteil, speziell gegenüber Steigeisen mit 2 vertikalen Frontalzacken, welche oft links und rechts des anzutretenden Eiszapfens abrutschen, dass sie diesen zwischen den Zacken einklemmen und so ein Antreten ermöglichen. Auch im Mixed-Gelände sind sie oft bei feinen wagrechten Felsrissen besser geeignet.

  • Will man mit solchen Steigeisen auch im harten Eis klettern, feilt man die Spitze, in der Draufsicht V-Förmig (1) zu. Anschließend werden die Spitzen von oben schräg nach vorne unten (2) geschliffen, es entsteht eine Spitze ähnlich der einer Normalhaue. So geschliffen greifen die Eisen auch im Wassereis ganz gut. Für den Einsatz im Firn und Gletschereis kann man sich das Anfeilen von oben sparen, dann haben die Zacken auch weniger Verschleiß.


  • Steigeisen mit Vertikal-Zacken

    Steileis-Steigeisen
  • Steigeisen mit vertikalen Frontalzacken sind speziell für das Klettern im Wassereis entwickelt. Vertikale Frontalzacken haben eine geringe Sprengwirkung.

  • Steigeisen mit vertikalen Frontalzacken sollten am besten so nachgeschliffen werden wie sie neu aussehen. D. h. die Schneide an der vorderseite V-Förmig nachfeilen, und gegebenfalls an der Spitzenunterseite leicht Rund anspitzen.

  • Ich verwende diese Steigeisen ausschließlich zum Klettern im Wassereis, bei Hochtouren sind sie einem sehr hohen Verschleiß unterworfen. Im Firn bzw. Gletschereis sind Steigeisen mit horizontalen Frontalzacken vorzuziehen.


  • Tuningtip für ältere Eisgeräte

    Meine Eisgeräte sind nicht mehr die Neuesten, dennoch habe ich mit etwas Überlegung, einer guten Idee und handwerklichem Geschick noch das eine oder andere Verbessern können. Neben der richtigen Schleiferei, welche das Einschlagverhalten erheblich verbessert hat, habe ich auch noch an den Griffen ein wenig getuned. Auf diesen alten Stubai die ich habe, sind serienmäßig recht dicke Kunststoff-Griffe angebracht. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass das Halten dicker (und glatter) Griffe sehr anstrengend ist.

    So hatte ich die Idee, den ohnehin schon sehr porösen Kunststoff runter zu schneiden, und das ganze mit einer Ummantelung aus grobem Schleifpapier zu versehen. Und der unterschied ist wirklich beeindruckend. Durch die dünneren und nun viel rauheren Griffe ist ein verhältnissmäßig kraftsparendes Halten möglich. Ich hab auch schon gesehen dass bei manchen modernen Eisgeräten Serienmäßig eine ähnliche Griffstruktur verwendet wurde.

    Ich habe wasserfestes Schleifpapier der Körnung 80 verwendet, bei einem ersten Versuch habe ich normales Schleifpapier genommen, dass löst sich aber recht schnell auf wenn es feucht wird. Aufgeklebt habe ich dass ganze mit Epoxyd Zwei-Komponenten Kleber, das hält echt gut!

    Noch eine Anmerkung zum Schluss, so gut ich die alten Eisgeräte auch getuned habe, an moderne kommen sie, speziell im steileren Wassereis, alleine durch die Geometrie, nicht heran. Auch die modernen Materialen bei den Hauen ermöglichen feinere Ausführungsformen, welche sich wesentlich leichter ins Eis und auch aus dem Eis kriegen lassen. Nachdem ich mir vor kurzem nun 'was gescheites' geleistet hab, ist der Genuß und die Sicherheit im Eis beträchtlich größer als mit den alten Dingern.




    Grifftuning Eisgerät

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